Millionen alte Smartphones liegen brach – ein Schatz unter dem Staub

Wenn Sie heute einmal in Ihre Schubladen, Kleiderschränke oder unter das Bett schauen, entdecken Sie möglicherweise ein kleines Wunder: ein altes Smartphone, längst vergessen, funktionsfähig oder nicht, aber voller Potenzial. Eine aktuelle Studie von Fraunhofer Austria im Auftrag des Refurbished-Unternehmens Refurbed zeigt: Allein in niederländischen Haushalten lagern rund 27 Millionen ungenutzte Handys, in ganz Europa sind es 642 Millionen. Diese Geräte enthalten Materialien wie Gold, Kobalt und andere Rohstoffe – zusammen sind sie laut Studie 1,1 Milliarden Euro wert. Für die Niederlande allein schätzt man die Summe auf über 44,5 Millionen Euro.

Doch obwohl der materielle Wert enorm ist, werden nur wenige dieser Smartphones recycelt. In den Niederlanden geben gerade einmal 14 Prozent ihre alten Handys zum Recycling ab, mehr als die Hälfte behalten sie – oft aus Angst um Datenschutz.

Warum alte Handys hängen bleiben

Viele Menschen bewahren ihre alten Geräte auf, aus Gewohnheit oder mit dem Gedanken: „Vielleicht könnte ich es ja später noch brauchen.“ Doch der Hauptgrund, der laut Refurbed häufiger genannt wird, ist Datenschutz – die Sorge, dass persönliche Daten nicht sicher gelöscht werden können.

Hinzu kommt mangelndes Bewusstsein: Wer weiß schon genau, wie man sicher Fotos, Kontakte und Passwörter entfernt, bevor man ein Smartphone weitergibt oder entsorgt? Studien aus dem UK zeigen, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie man Geräte datensicher leert.

Wie man Altes sinnvoll nutzt und entsorgt

Alte Smartphones müssen nicht ungenutzt verstauben. Hier ein pragmatischer Leitfaden, wie man sicher mit ihnen umgehen kann:

1. Daten sichern und löschen
Speichern Sie Ihre Fotos, Kontakte oder wichtigen Dokumente extern oder in der Cloud. Entfernen Sie SIM-Karte und Speicherkarte (sofern vorhanden). Nur so ist ausgeschlossen, dass persönliche Daten in falsche Hände geraten.

2. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen
Dies ist der grundlegende Schritt, um private Daten zu entfernen. Viele Betriebssysteme – iOS und Android – bieten diese Funktion.

3. Biometrische Daten besonders berücksichtigen
Fingerabdrucksensor, Gesichtserkennung und Co. werden oft zusätzlich gesichert gespeichert. Vor dem Zurücksetzen sollte man diese biometrischen Funktionen deaktivieren, um sicherzugehen, dass keine sensiblen Daten zurückbleiben.

4. Geräte richtig weitergeben oder recyceln

  • Refurbishing: Neuere Modelle können renoviert und weiterverkauft werden.
  • Recycling: Für Geräte, die nicht mehr funktionsfähig sind oder zu alt – zur Rückgewinnung der Rohstoffe.
  • Anbieter, Fachhändler oder Entsorgungsbetriebe mit zertifizierter Datenlöschung sind dafür die beste Anlaufstelle.

Warum das alles wichtig ist

Es geht nicht nur um Geld – obwohl die Summen beachtlich sind. Es geht um Umweltschutz, Ressourcenschonung und Vermeidung von Elektroschrott. Jedes Smartphone enthält kleine Mengen seltener und teurer Rohstoffe, deren Gewinnung oft mit hohem Energieaufwand und Umweltbelastung verbunden ist. Werden Geräte statt recyceln entsorgt oder fallen durch unsachgemäße Datenlöschung Sicherheitsrisiken an, dann sind die Kosten viel höher als der Wert, den man auf den ersten Blick sieht.

Gleichzeitig trägt jeder von uns dazu bei, dass die Kreislaufwirtschaft stärker wird – wenn wir nicht nur Geräte besitzen, sondern auch bewusst entscheiden, was mit ihnen geschieht, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

Sie haben wahrscheinlich mehr zuhause, als Sie denken: einen kleinen Schatz in Form alter Smartphones. Mit wenigen einfachen Schritten – Daten sichern, biometrische Funktionen deaktivieren, auf Werkseinstellungen zurücksetzen und fachgerecht entsorgen – verwandelt sich dieser Schatz in echte Werte: für Sie, für die Umwelt, für die Gesellschaft.

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